Was definiert dich?

Archilles: Hallo Schildkröte, wie geht es dir heute morgen?

Schildkröte: Guten Morgen Achilles! Danke der Nachfrage sehr gut. Und selbst? Du hast doch sicher wieder eine spannende Frage für mich?

Archilles: Heute habe ich eine ganz besondere Frage:     Wer bist du?   Was definiert dich?

Schildkröte: Na das ist aber keine schwierige Frage. Ich bin natürlich die Schildkörte S.

Archilles: Aber das ist doch nur deine Name, den dir deine Eltern damals gegeben haben. Sie hätten auch jeden anderen Namen wählen können. Ich denke nicht, dass dich das, also dein innerstes Selbst, definiert.

S.: Ok, dann also: Ich bin die Schildkörte S, wohnhaft in der Strandstraße 1, Athen, Griechenland, Geboren am 97.04.  anno 16235 im Jahres des großen Philosophen Herakles. Und meine Handynummer ist die 2345FCX3355DG3FA35.

A.: Aber das sind nur deine Daten. Deine Nachbarn haben die gleiche Adresse, deine Handynummer identifiziert nur das Gerät und nicht dich selbst. Wenn du dein Handy verlierst, bist du ja hoffentlich trotzdem noch du.

S.: Jetzt hab ichs: Mich definiert mein Fingerabdruck! Der ist eindeutig!

A.: Und was wenn ich dir beide Hände abschneide. (Keine Sorge, ich werds nicht tun) Bin ich dann du?

S.: Nein natürlich nicht. Ich bin dann natürlich immer noch da. Hier das bin ich, mein Körper, meine Arme, Hande und Beine.

A.: Was genau ist dein Körper? Also zunächst besteht er zu 80% aus Wasser. Durch Abscheidung, Schwitzen, Hautabschuppungen hast du in Gewicht gemessen ab dem Alter von 14 Jahren deine Körpersubstanz einmal komplett ersetzt.  Glabust du das dich das definiert?

S.: Ok, aber meine Augen kannst du nicht ersetzen. Die sind einmalig und eindeutig. Ein Retina Scanner erkennt mich und nur mich.

A.: Was erkennt ein Retina Scanner? Eine Maschine! Er scannt einfach nur ein Bild und vergleicht bestimmte Merkmale mit einem gespeicherten Datensatz. Das ist ein ziemlich simples System, das entsprechend einfach zu überlisten ist.

S.: Aber du erkennst mich doch? Du weist doch wer ich bin hoffe ich.

A.: Ok, das ist zwar sicherlich ein westentlich ausgereifteres System, jedoch auch ich (als Mensch) erkenne dich nur anhand von einigen externen Merkmalen, wie z.B. dein Aussehen, deine Kleidung, dein Gesicht und dein Verhalten.

S.: Jetzt habe ich dich! Das ist es. Mein Verhalten und meine Gewohnheiten, das definiert mich.

A.: Lange Zeit dachte ich das auch. Bis mich mal jemand (aus Spaß) auspionierte. Er hackte sich in meinen E-Mail und Facebook Account. Verschickte in meinem Namen heimlich Nachrichten. Er spionierte mir hinterher. Lernte meine Gewohnheiten. So wusste er dass ich jeden Mittwoch ein Glas Wein in der Taverne unten am Strand genieße. Eines Mittwochs hat er einen Schauspieler engagiert, der mir zum verwechseln ähnlich sieht. Dieser Schauspieler wusste, wie ich heiße, wo ich wohne, er hatte meine Handynummer und er hatte dem Wirt vorher sogar von meiner E-Mail Adresse bescheid gegeben, dass er sich an diesem Mittwoch schon besonders wieder auf den guten Wein freut.

Als ich dann an jenem besagten Tag zu meinem Lieblingswirt kam, saß ‚ich‘ bereits schon da und der Wirt hatte mir bereits ein Glas Wein ausgegeben. Natürlich regte ich mich erst schrecklich auf und schrie: „Hey, ich bin ich.“  Was glaubst du wen von uns beiden der Wirt am Ende rausgeschmissen hat.   Zwischenzeitlich geriet ich tatsächlich ernsthaft in Panik, denn ich stand vor der Herausvorderung:

Beweise, dass du du bist!