Was macht einen Menschen aus?

Jede Zelle im Körper hat einen Lebenszylkus, der bei den ältesten Zellen in der Leber maximal ein paar Jahre dauert. Dann stirbt die Zelle und wird durch eine neu gebildete ersetzt. Bis zum altern von 14 Jahren, hast du durch Schweiß, Ausscheidungen und Hautabschabungen genau so viel Körpersubsatz verloren wie du an Masse besitzt. Was definiert dich also als Mensch? Sicherliche nicht deine Körpersubstanz, denn die kann ersetzt werden und du bist immer noch der Selbe Mensch.

Ist ja kein großes Geheimnis: Ich bin ein sehr atheistischer Mensch. Ich glaube sehr wohl, dass es Dinge (in diesem Weltall) gibt, die ich nie verstehen werde. Aber ich habe es nicht nötig, diese Dinge zu personifizieren. Ich glaube nicht daran, dass es einen Gott bzw. ein übergestelltes Wesen gibt. Habe ich eine Seele? Nun, das ist ja auch so eine Erfindung der Religionen. Als mir jedoch obige Tatsache bewusst wurde, kam ich schon etwas ins Wanken. Was bleibt mir dann noch? Was bin ich? Was definiert mich?

Hier noch eine zugegebenermaßen etwas gruselige Version der Selben Frage: In der Medizin ist es heute stand der Technik einem kranken Menschen ein Knie auszutauschen. Diesese künstliche Knie funktioniert nahezu genau so gut wie ein echtes Knie und auf jeden Fall unbestritten besser, als das Kranke Knie vorher. Nach einem schweren Unfall kann ein Invalide mit einem künstlichen Bein trotzdem noch laufen. Momentan laufen Forschungen derartige künstliche Beine auch beweglich und bewusst steuerbar zu machen. Nehmen wir mal an, in fünfzig Jahren, wären alle unsere vier Extremitäten durch gleichwertige oder sogar bessere künstlichen „bionische Roboterarme“ ersetzbar. Wäre jemand, der zwei Roboterarme und zwei Roboterbeine hätte noch ein Mensch? Und wäre er der Selbe Mensch wie vorher. Sicherlich ja.

Wie viel ‚Prozent‘ eines Menschen könnte man ‚ersetzen‘, so dass er noch der Selbe Mensch bleibt. Erstaunlicherweise macht jeder, den ich Frage, das am Kopf fest. So lange der Kopf vom Hals aufwärts noch erhalten bleibt, ist es der Selbe Mensch. Gut, was ist aber nun mit einer künstlichen Hornhaut? Was mit einem künstlichen Hörgerät und einer künstlichen Nase? Nehmen wir das also auch noch alles weg, so bleibt nur noch das Gehirn übrig.

Ist ein Mensch durch sein Gehirn definiert? Liegt die Seele eines Menschen (falls es so etwas überhaupt gibt) im Gehirn? Nun, diesee Fragen können wir hier nicht beantworten, da die Forschung heute noch nicht so weit ist. Man weiß nicht genau wie ein Gehirn funktioniert. Es gibt zwei Forschungsstränge die Versuchen diese Frage zu beantworten:

bottom-up: Man weiß, dass ein Gehirn aus Zellen besteht. Man weiß, dass es sehr viele sind. Man weiß, wie diese untereinander interagieren. Und man vermutet, dass die Intelligenz einem Menschen darin gespeichert ist, wie und wie stark diese Zellen miteinander verbunden sind. top-down: In der Verhaltungsforschung wird gemessen, welche Bereiche des Gehirns bei welchen Eindrücken oder Tätigkeiten aktiv sind. So hat man herausgefunden, dass bei Angst gewissen bereiche Aktiv werden und beim Sprechen andere. Wenn sich diese beiden Vorschungsbereiche in der Mitte treffen. Dann ist das Gehirn erforscht. Zwischen den beiden bleibt nicht mehr viel Platz für eine Seele …

Folgerungen für das alltägliche Leben

Oder suche ich, wo es nichts gibt? Bin ich einfach ich und da ist sonst nichts? Nun ja, spätestens wenn ich sterbe werde ich die Antwort wissen. Doch bis dahin, ergeben sich aus der Erkenntnis, dass da vielleicht tatsächlich einfach nichts ist, doch einige sehr tiefgehende Entscheidung für das ganz banale normale Alltagsleben …

Mal angenommen, da wäre tatsächlich nichts. Keine Seele, kein Gott. Was bleibt mir dann noch als „ethische“ Grundlage für mein Handeln? Nach welchen Regeln soll ich handeln? Ich meine da bleibt noch so einiges! Es gibt genügend moralisch gute Verhaltensregeln, die kein übermächtiges Wesen voraussetzen. Die berühmtest Verhaltensregel formulierte schon Platon im alten Griechenland:

  • „Handle stehts so, dass die Maxime deiner Handlung zum allgemeinen Prinzip erhoben werden könnte.“

Heist also ganz einfach: Wenn ich einer alten Dame über den Zebrastreifen helfe, dann bin ich hilfsbereit. Wenn jeder Mensch hilfsbereit wäre, hätten wir eine schöner Welt. Wenn ich dich erschieße, töte ich. Wenn jeder töten würde, wären wir in ein paar Jahren ausgerottet. Ebenso bekannt ist die „Goldene Regel“:

  • „Tue keinem etwas (böses), von dem du nicht möchstest, dass man es dir antut.“

Ich persönlich möchte dieser Aufzählung noch folgende Regel hinzufügen:

  • „Handle so, dass deine Handlung langfristig etwas gutes hinterlässt.“

Wobei hierin langfristig im Sinne von mich selbst überdauernd gemeint ist. Handle also so, dass deine Handlungen auch nach deinem Ableben gutes hinterlassen. Natürlich verschiebt diese Formulierung das ganze Problem eigentlich nur auf die Frage was denn „gut“ sei. Aber ich denke jeder kann sich diese Frage für sich selbst beantworten. (z.b. einen Baum pflanzen, ein Kind zeugen, etwas wirklch wirklich großes erschaffen usw.)